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Press Release
Sam Francis: Colour is Fire - ab 10.09.2002 bei Artmosphere Wien im Palais Kinsky
2002-09-02
Pressemitteilung 2.September 2002
Artmosphere - pop>contemporary -
Galerie im Palais Kinsky, Freyung 4, Wien

Sam Francis „Colour is Fire“
Artmosphere - pop>contemporary - Galerie im Palais Kinsky, Wien zeigt Original-Arbeiten von Sam Francis auf Papier und Leinwand,sowie ausgesuchte Prints von 1962 bis 1990. Vernissage: 10. Sept. 19h. Dauer der Verkaufs-Ausstellung : vom 11. bis 31. September


Kaum ein anderer abstrakter Künstler verstand es, Farben intuitiv zu solcher Leuchtkraft zu bringen, wie dieser 1994 verstorbene amerikanische Maler, der in seinen Arbeiten intensive Farbfelder auf der Bildoberfläche verteilt, die sich berühren und teilweise durchdringen. Tropfspuren und Rinnsale des gestischen, flüssigen Farbauftrags bleiben als Spuren des Arbeitsprozesses sichtbar. Die Leinwand bleibt in den 60ern öfter als offenes Feld stehen,das durch gestische Spritzer und Pinselschwünge am Bildrand energetisch aufgeladen wird. Diese Dynamik entfaltet sich ab den späteren 70er Jahren, wo vielfarbige Spritzer und Tropfen dunkle Gitterstrukturen beleben.

Ein bisschen Action Painter, ein wenig Pop Artist, aber/und auch ein abstrakter Expressionist, war er aber vor allem unvergleichlich er selbst.
Eine große Retrospektive 2000 im Museo Reina Sofia in Madrid würdigte sein Gesamtwerk.
Ab 10. September sind ausgewählte Arbeiten aus allen Perioden bei Artmosphere im Palais Kinsky, Freyung 4, in Wien zu sehen und auch zu erwerben.

Vertiefende Informationen über den Künstler:

Für Francis hat jede Farbe eigene expressive Bedeutung, Impact und Emotion. Er sieht Farbe als „Speicher für Gefühle - als Weg, um Gefühle festzuhalten, bis Verständnis folgt“. Seine wirkliche Leistung aber liegt in seiner unnachahmlich leichten Art, Farben aufzutragen – ganz im Gegensatz zu den starken Gesten seiner Zeitgenossen, insbesondere der abstrakten Expressionisten in Amerika.

“I paint time“ pflegte Francis zu sagen, basierend auf einem eigenen, stark von den Lehren des Zen geprägten Weltbild, wo der Mensch im Zentrum von Zeit und Raum steht, und nicht distanter Betrachter des Universums. Jede Form füllt demnach Zeit und Raum aus, und erschafft sich selbst erst als Form. Die sich andauernd verändert, ergänzt und sich selbst erklärt, genauso wie sie andere Formen bestimmt. Diese materielle Welt ist deshalb von einer dauerhaften Veränderung bestimmt.

Dieses Konzept der andauernden Veränderung ist signifikanter Unterschied auch zu den Ansichten der Abstrakten Expressionisten, wo das Individuum allein gegen eine feindliche Welt ankämpft und Kunst Ausdruck unmittelbarer Impulse zur Bewältigung dieses Zustands ist. So ist seine Bildsprache auch nicht von einer Folge kraftvoller Pinselstriche geprägt, sondern von einer Reihe fragiler, in einem Prozess dauernder Veränderung ineinander übergehende organischer Formen gekennzeichnet.

Seine frühe Bildsprache folgte nicht zufällig dem Biomorphismus - Ausdruck für Wachstum und Bewegung von Zellen und molekularem Leben – die zunehmend bedeutende Richtung der malerische Abstraktion der 50er Jahre. Denn die geheimnisvolle Welt der Zellen und des organischen Lebens war für ihn nicht einfach nur eine gerade gängige formale Methode, sondern der Ausdruck seiner persönlichen, von schwerer Krankheit geprägter Entwicklung, aber auch Reminiszenz seines naturwissenschaftlichen Studiums.

Seine spätere Bildkomposition ist meist von Umrahmungen oder Rahmen-Elementen bestimmt, in den frühen Bildern nicht unähnlich jenen von Rothko. Rahmen oder Kreise finden sich seit damals in wechselnder Intensität immer wieder in Francis späteren Werken – wie um seinen impulsiven Farbkompositionen ein Gerüst und damit schlüssigen Halt zu geben.

In den 60er Jahren drängt Francis die Farbelemente ganz an den äußeren Rand der Leinwand. “The center is reserved for you“ meint er, und verband damit die Einladung, eine gemeinsame Erfahrung zu machen, eine ästhetische Komplizität zwischen Betrachter und Künstler zu erreichen. Sogar in seinen größten Formaten lässt er bewusst Raum im Zentrum der Kompo-sition, lädt uns ein diesen für uns zu entdecken und uns darin ganz individuell zu bewegen.

Francis arbeitete mit Vorliebe an großen Formaten. Auf die am Boden liegende Leinwand trägt Francis die Farbe vorerst mit nassen Rollen auf, zieht breite Spuren über die Oberfläche. Wie Pollock, steht er nun auf der Leinwand, arbeitet frei und intuitiv. Auf das so entstandene Farbgerüst lässt Francis nun Farbseen fließen, Farbe tropfen, arbeitet mit der Hand, mit Bürste. Die nassen Farbbänder stellten die Grundstruktur dar, zu dem eine Vielfalt von Farben und Formen hinzugefügt werden konnte. Das Ergebnis war umwerfend, seine Arbeiten der 80er Jahre waren lebendig und kraftvoll. Trotz dieser überschäumenden Farbigkeit zeiht sich immer wieder eine klare fast geometrische Struktur durch die Arbeiten. Eine brillante Mischung der alten Gegensätze – das Organische und das Starre – die Francis´ Arbeit von Anfang an begleitete.

Die Arbeiten der frühen 90er Jahre, wo er bereits vom Tod gezeichnet war, zeigen eine bisher nie gekannten Emotionalität. Meist trug Francis die Farbe direkt mit seinen Händen auf, als ob er sich so dem das Schicksal widersetzen könnte. Obwohl bereits an den Rollstuhl gefesselt und nur mehr in der Lage, mit der linken Hand zu arbeiten, schafft er im letzten Jahr noch ca. 150 kleinformatige Gemälde auf Leinwand, bevor er am 4. Nov.1994 in Santa Monica stirbt.

Biographie:
1923 geboren in San Mateo, Kalifornien
1941 Studium der Botanik, Medizin und Psychologie
1944 Einberufung zur Armee, schwerer Flugunfall, der ihn 3 Jahre ans Krankenbett fesselt, beginnt während dieser zeit, fasziniert vom Licht/Schatten-Spiel an der Decke seines Krankenzimmers autodidaktisch zu malen
1947 Studium an der California School of Fine Arts, University of Cal., Berkeley
1950 Übersiedlung nach Paris, Schüler der Academie bei F. Leger
1952 erste Einzelausstellung, „hottest youn painter in Europe“
1957 Reisen nach Mexiko, Thailand, Japan, ab 59 hat er auch dort ein Atelier
1959 Große Wandbilder in Basel, Berlin, Tokyo und New York und Ausstellung seiner Werke im MOMA New York
1962 lässt er sich in Santa Monica, Kalifornien nieder, dort entstehen neben großen Arbeiten auf Leinwand auch umfangreiche Lithografien sowie Monotypien
1966 „Himmelsgemälde“ fünf Hubschrauber verströmen farbige Pigmente über der Tokyo Bay
1994 stirbt Sam Francis nach langem Leiden aufgrund eines Krebsleidens



Ausgestellte Bilder: www.artmosphere.at

Mehr Informationen: Fr. Mag. Merit Einwaller 0699 1881 1888
Fred Koblinger, 0664-4018042
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